Tafelwasseranlagen mit Hygiene & Sicherheit!
Gesundheit in jedem GlasAusreichend Trinken hält den Körper auf Trab
Ein Interview mit Dr. Gerhard Kraus, Arbeitsmediziner der BG ETEM über das Trinken und was Durst überhaupt ist.
Der menschliche Körper besteht zu ca. 75 Prozent aus Wasser. Da verwundert es nicht, dass unser Körper Flüssigkeit braucht, um zu funktionieren. Während man ohne Nahrung im Durchschnitt 30 Tage überleben kann, können bereits 3 Tage ohne Flüssigkeitszufuhr zum Kreislaufkollaps und danach zum Tod führen. Wir wollten von Dr. Gerhard Kraus, Arbeitsmediziner der BG ETEM, unter anderem wissen, wie viel man trinken sollte,
ob viel Trinken zum Essen eher schadet und was Durst überhaupt ist.
Dr. Kraus, die Ansichten, wie viel Wasser man pro Tag trinken sollte,
reichen von 1,5 bis 3 Liter Wasser am Tag. Was empfehlen Sie?
Anderthalb Liter Flüssigkeit bei einem erwachsenen Menschen über den Tag verteilt getrunken, lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Für Beschäftige mit sitzenden Tätigkeiten, ohne besondere körperliche Belastungen,
ist diese Empfehlung sicher richtig. Ganz anders ist es bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten, die zum Teil bei hohen Temperaturen durchgeführt werden müssen.
Betroffene sollten hier den Bedarf großzügig anpassen. Viel Wasser zu trinken, hält den Kreislauf in Gang und ermöglicht uns, viel zu schwitzen - und das ohne zusätzliche Kalorienzufuhr. Viel Schwitzen ist die natürliche Klimaanlage des Menschen. Lediglich bei Erkrankungen der inneren Organe - insbesondere Herz und Niere - sollte die tägliche Wasserzufuhr mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Jeder kann selbst einschätzen, ob er oder sie zu wenig trinkt: Die Farbe des Harns gibt Auskunft darüber,
wie konzentriert unser Urin ist. Stark konzentrierter Harn (kräftiges Gelb) entsteht,
wenn dem Körper wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Ist die Flüssigkeitszufuhr ausreichend, hat der Harn eine blass gelbliche Farbe. Beachten sollte man dabei, dass bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente die Harnfarbe ebenfalls beeinflussen können.
Was ist eigentlich Durst?
Durst ist ein Signal unseres Gehirns. Es weckt unser Verlangen, zu trinken. Bei einer zu hohen Salzkonzentration im Körper (z. B. nach dem Verzehr einer Packung gesalzener Nüsse) tritt dieses Signal auf. Es tritt auch auf, wenn unser Körper einen Flüssigkeits-
mangel registriert. Besonders bei älteren Menschen kann diese Signalgebung gestört sein. D. h. obwohl ein Flüssigkeitsbedarf besteht, wird kein Durst gemeldet. Andererseits sollte man nicht vergessen, dass ein erhöhtes Durstgefühl ein Anzeichen von Krankheiten
(z. B. Diabetes)sein kann.
Es gibt viele Getränke, um den Durst zu stillen. Trotzdem wird überall das Leitungswassertrinken propagiert. Gibt es noch andere, sinnvolle Getränke?
Die Getränkeindustrie bringt jedes Jahr eine Vielzahl neuer Getränke auf den Markt,
die uns animieren sollen, diese Produkte zu kaufen. Reines Wasser hat also gegen die Werbefeldzüge einen schwierigen Stand - und ist zudem noch weitestgehend geschmacksneutral. Wer die Kalorien im Blick hat, ist mit einfachem Mineralwasser,
dem zur Abwechslung ein Schuss Zitrone oder eine Scheibe Ingwer beigemischt wurde, bestens bedient. Gegen eine Apfelsaftschorle oder Kräutertees ist natürlich auch nichts einzuwenden. Jeder Cola- oder Limonaden-Fan sollte wissen, dass in 1 l Cola etwa 37 Zuckerwürfel enthalten sind. Fanta, Sprite und andere so genannte „Softdrinks“ enthalten zwar etwas weniger Zucker, aber selbst 30 Zuckerwürfel wären mir auf einen Liter einfach zu viel.
Kennen Sie Tipps, um „Trinkmuffel“ zum regelmäßigen Schluck Wasser zu motivieren?
Das regelmäßige Trinken ist ein wichtiger Aspekt, der manchmal vernachlässigt wird.
Eine große Flasche Wasser am Arbeitsplatz, die abends geleert sein muss, ist ein guter Maßstab für regelmäßiges Trinken über den Tag verteilt. Wer erst vorm Zubettgehen merkt, dass er oder sie tagsüber zu wenig getrunken hat und dann schnell noch einen halben Liter trinkt, bringt sich um einen guten Schlaf. Nach dem Aufstehen fällt es vielen Menschen leichter, 1-2 Gläser Wasser zu trinken, nutzen Sie deshalb diesen Zeitraum. Mein Tipp: Zelebrieren Sie kurze Arbeitszeit-Pausen. Mit einem Glas Wasser, das ganz bewusst getrunken wird. Übrigens: „Trinkmuffel“ fällt es bei reinem Wasser (ohne Zusätze von Kohlensäure) häufig leichter, mehr zu trinken.
Ist es ungesund, beim Essen zu trinken?
Nein. Allerdings gilt auch hier das Gleiche wie vor dem Zubettgehen: wem mittags in der Kantine einfällt, dass er außer 1-2 Kaffeetassen noch gar nichts getrunken hat, sollte hier nicht alles auf einmal aufholen wollen. Ein Glas zum Essen regt den Speichelfluss an und ist OK. Wer viel zum Essen trinkt, verdünnt die Magensäure (die besonders sauer ist, um die Speisen gut aufzuschließen) und verzögert damit die Verdauung, was nicht jedem gut bekommt. Wenn die Waage ein paar Kilos zu viel anzeigt ist gegen den Trick, vor dem Essen ein großes Glas Wasser zu trinken, um den Hunger ein wenig zu stillen, nichts einzuwenden.
Was passiert, wenn ich zu wenig trinke, weil ich kein Durstgefühl habe?
Ein Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen, einen Leistungsabfall oder Schwindel-
gefühle hervorrufen. Bereits ein Flüssigkeitsdefizit von 2 % kann zu ernsthaften Einschränkungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führen. Ein Flüssigkeitsmangel bedeutet für den Organismus Stress und kann sich auf unser Wohlbefinden übertragen. Bei Anzeichen von Stress sollten Sie kurz innehalten und überlegen, ob ein Flüssigkeitsdefizit Ihnen (zusätzlich) Stress bereitet. Der menschliche Körper kann Wasser nicht bevorraten, schon allein deshalb sollten wir über den Tag verteilt Wasser trinken. Bei stark übergewichtigen Menschen kann es sogar sein, dass hinter einem ständigen Hungergefühl in Wirklichkeit einfach Durst steckt. Wer ausreichend Wasser trinkt, sorgt dafür, dass das Blut nicht zu dickflüssig wird und gut fließen kann. Wasser hilft, die Schleimhäute, die Augen, Nase und Mund feucht und gesund zu erhalten.
Was halten Sie von Wasserspendern im Betrieb?
Eine gute Sache. Allerdings sollte man bei der Einrichtung und Pflege die Hygiene unbedingt an oberster Stelle setzen. Dies gilt besonders bei Wasserspendern, die keine Frischwasserzuleitung haben und aus frei stehenden Wasserspendern bestehen. Hier können lange Wasserstandzeiten u. a. eine Verkeimung des Wassers begünstigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im Jahr 2005 eine ausführliche Untersuchung zu Hygienemängeln an Wasserspendern durchgeführt und empfiehlt:
- Den Aufstellern von freistehenden Wasserspendern, die in den „Leitlinien für Gute Hygiene-Praxis für Watercooler-Unternehmen“ beschriebenen Hygieneanforderungen unbedingt einzuhalten.
- Für leitungsgebundene Wasserspender sind dem BfR bislang keine Leitlinien für eine gute hygienische Praxis bekannt.
- Zudem empfiehlt das BfR, sich im Hinblick auf die mikrobiellen Anforderungen bei der Abgabe von Wasser aus Wasserspendern sowie für leitungsgebundene Wasserspender, an den Parametern und Grenzwerten der Mineral- und Tafelwasserverordnung und der Trinkwasserverordnung zu orientieren.
Quelle: Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
http://www.bgetem.de
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